Hammer schlägt: Die Formel 1 versinkt in Langeweile.

Überlegenheit wirkt wie ein Spannungsabfall für die Formel 1. Der WM-Kampf scheint schon vor der Saisonhalbzeit entschieden zu sein. Auch der Seriensieger teilt die Kritik an der Monotonie.

Lewis Hamilton hat keine guten Nachrichten für Sebastian Vettel und seinen Sport im Formel-1-Titel Langeweile.

“Ich weiß, dass die Leute es nicht hören wollen. Aber von nun an wird es nur noch stärker”, sagte der beraubte WM-Führer, nachdem er seine Rivalen in Frankreich bei seinem vierten Sieg in Folge deklassiert hatte. Noch vor dem neunten der 21 Saisonrennen am kommenden Sonntag in Österreich scheint die Spannung bei der Weltmeisterschaft fast vollständig verschwunden zu sein. Die überwältigende Kraft des Mercedes-Piloten Hamilton und die permanente Krise des Ferrari-Teams von Vettel versprechen für den Rest des Jahres wenig Unterhaltung.

Nachdenklich rupfte Vettel, der wieder einmal suspendiert war, seinen zottigen Bart in Le Castellet. “Wir müssen verstehen, was wir besser machen können. Es liegt an uns”, erinnerte der 31-Jährige. Der Hesse liegt nun 76 Punkte hinter Hamilton als Dritter in der WM. Und die Scuderia schafft es trotz vieler neuer Teile einfach nicht, ihr falsches Auto auf Mercedes-Geschwindigkeit zu bringen. “Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, das wissen wir”, sagte Vettel.

Aber selbst die größte Kraftprobe von Ferrari wird die Dinge wahrscheinlich nicht umkehren. Die Überlegenheit des Silberpfeils ist zu deutlich, Hamiltons Ehrgeiz zu groß. Der 34-Jährige hat seine Superform früher als sonst in der Saison gefunden und hat seinen zunächst rebellischen Teamkollegen Valtteri Bottas bereits um 36 Punkte distanziert. “Es ist verrückt, dass wir jetzt so stehen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine sechs Siege erwartet”, gestand der Brite.

“Hamilton gab seinen Gegnern einen Hammerschlag, sagte die Daily Mail am Montag. Die österreichische “Krone” beschrieb den Titelverteidiger als “von einem anderen Stern kommend”.

Sein Hunger nach noch mehr Erfolg, nach Platten und Perfektion ist bemerkenswert. Inzwischen hat er 79 Grand-Prix-Siege zu verzeichnen. Michael Schumachers Rekord von 91 Rennsiegen scheint nicht allzu weit von Hamiltons aktueller Dominanz entfernt. “Wir schreiben hier gemeinsam Geschichte, ich bin stolz darauf, Teil dieses Teams zu sein”, freute sich der fünfmalige Weltmeister.

Zu seiner Zufriedenheit zeigte Hamilton sogar Verständnis für die Kritik an der lästigen Monotonie in der Formel-1-Spitze. “Aber das ist nicht die Schuld der Fahrer”, antwortete Hamilton und entschied sich für eine allgemeine Abrechnung. Die Formel 1 befindet sich seit vielen Jahren in einem “ständigen Zyklus” von “schlechten Entscheidungen”, urteilte der Silberpfeilstern.

Die ungleiche Geldverteilung, die Schwäche der FIA als oberste Sportbehörde und der übermäßige Einfluss der Teams auf das Reglement – Hamilton nannte dies alles den Grund für die mangelnde packende Rennaction. “Ich sehe, in welchem Chaos wir stecken”, gab Hamilton zu.

Und so möchte er auch in den verbleibenden Monaten der Saison auf der Strecke mehr gefordert werden. “Ich hoffe wirklich, dass Ferrari in den Kurven etwas schneller wird, damit wir endlich gegeneinander antreten können”, versicherte Hamilton. Aber nach den Eindrücken aus Südfrankreich wird er noch länger warten müssen.

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